HSG Wittlich – TG Konz 25:25 (12:15)
Quelle: mosel-handball

Mit einem am Ende leistungsgerechten Remis endete das jederzeit faire Spitzenspiel in der RPS Liga Frauen vor 200 Zuschauern zwischen dem Tabellendritten aus Wittlich und dem Verfolger aus Konz. Dabei hätten beide Mannschaften am Ende mit ein wenig mehr Glück und Können den Platz als Sieger verlassen können.

Beide Mannschaften starten nervös, leisteten sich in den ersten Minuten etliche technische Fehler und so fiel der erste Treffer durch Vivi Steil zum 0:1 für die Gäste erst in der 5. Spielminute. Bis zum 5:6 entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, ehe das Schiedsrichtergespann Hemmer/Meyer in der 14. Minute eine völlig unberechtigte rote Karte gegen TG Spielerin Vivi Steil zückte, die ebenso falsch war wie die rote Karte gegen Tanja Nykytenko Sekunden vor dem Ende. Die Gäste zeigten jetzt die Trotzreaktion, zogen bis zur 20. Minute auf 6:10 davon und Wittlichs Trainer Wolfgang Becker musste die erste Auszeit nehmen. Zu unbeweglich agierte der Wittlicher Deckungsverband in der Seitwärtsbewegung. Die schnellen Gästeangreiferinnen nutzten geschickt die sich bietenden Lücken und kamen immer wieder mit Einzelaktionen und ihrem Parallelstoß zum Torerfolg. Über 9:14 schien das Team von Trainer Sascha Burg auf dem Weg zum Sieg. Zu recht ärgerte sich Burg über die Vorteilsauslegung der Schiedsrichter, die seinem Team alleine im ersten Spielabschnitt fünf klare Chancen nahmen. Wittlich war zur Pause mit dem 12:15 gut bedient, hätte weitaus höher zurückliegen können.

Die richtigen Worte fand HSG Trainer Wolfgang Becker scheinbar in der Pause. Seine Mannschaft war vor allem in der Abwehr nicht wiederzuerkennen, spielte aggressiver und mit schnellen Beinen und hatte in Maria Flesch ein Vorbild an kämpferischem Einsatz. Innerhalb von zwei Minuten glückten drei Treffer zum 15:15. Katrin Irsch brachte Konz letztmals mit 15:16 in Führung, dann folgte der Wittlicher Sturmlauf, der beim 19:16 endete. Erst jetzt fanden die Gäste wieder besser ins Spiel. Wittlich hatte mit einem 10:2 Zwischenspurt das Spiel vom 9:14 auf 19:16 gedreht. Nicht nur der Wittlicher Deckungsverband überzeugte, sondern auch Torhüterin Anne Siol, die zum großen Rückhalt ihres Teams wurde, gleich drei Tempogegenstöße der Konzerinnen hielt und auch zwei Siebenmeter gegen Renata Balog und Katrin Irsch parierte. Über 23:19 in der 49. Minute schien jetzt Wittlich auf dem besten Wege das Lokalderby zu entscheiden. Bis zum 24:21 in der 54. Minute behaupteten die Gastgeberinnen mindestens den drei-Tore-Vorsprung. Konz bewies Moral, kämpfte sich in Spiel zurück und war beim 24:23 in der 57. Minute durch Renata Balug dran, kassierte dann das 25:23 durch die gefährlichste Wittlicher Torschützin Tanja Nykytenko mit ihrem 12. Treffer, doch das sollte die letzte Aktion der Wittlicherin gewesen sein. Als im Gegenzug Ulrike Lehnert den Anschlußtreffer zum 25:24 markierte, Wittlich im Angriff den Ball vertändelte und der Gast erneut seine Torchance suchte, entschieden die Unparteiischen zur Überraschung von Spielerinnen und Zuschauern auf rot gegen Nykytenko. Sie hatte sich in ihrem Abwehrverhalten eben so wenig etwas vorzuwerfen, wie Vivi Steil auf Konzer Seit e in der 14. Minute. Konz nutzte die Chance, kam durch Renata Balog 90 Sekunden vor dem Abpfiff zum Ausgleichstreffer (25:25). Erneut zeigten sich die Wittlicher Angreiferinnen nicht clever genug, sahen sich erneut einem Konzer Angriff gegenüber, bei dem Jenny Glass 40 Sekunden vor dem Ende die Lücke im Wittlicher Deckungsverband fand, aber völlig freistehend den Ball an den Pfosten knallte. Der letzte Angriff der HSG endete mit einem direkten Freiwurf für die Gastgeberinnen, der jedoch nichts mehr einbrachte.

„Für mich ist das ein Punktverlust, wenn man kurz vor Spielschluss mit zwei Treffern führt. Wir haben die erste Halbzeit verschlafen, die zweite Hälfte dann bestimmt und eine bärenstarke Anne Siol im Kasten gehabt“, meinte Wittlichs Trainer Wolfgang Becker.

Auf Konzer Seite konnte Trainer Sascha Burg seine Rückraumspielerin Szabina Ponyi nicht einsetzen: „Sie war die ganze Woche krank. Es war ein gerechtes Remis, toll wie meine Mannschaft sich wieder zurückgekämpft hat“, lobte der TG Trainer.

HSG: Scharfbillig, Haid und Siol – Malmedy, Flesch (5), Meeth (3), Barthen (1), Blasius (1), Posnien, Packmohr (2), Kieren, Lang (1), Schilz, Lukanowski, Nykytenko (12/3)

TG: Vogt, Moske und Eiden – Ponyi, Irsch (3), Lehnert (3), Mohr (5), Geier, Charlier (2), Balog (7/4), Weinandy (2), Glass (2), Steil (1), Kron.